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Positive Beispiele im Nachtreiseverkehr |
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Ziel soll es sein, das von Meldungen diverser Medien bestimmte Bild zu entzerren durch gezielt aus diversen Ländern zusammen getragenen positiven Entwicklungen im Nachtzugverkehr. Es wird hier nicht auf politische Entwicklungen eingegangen, sondern nur das Thema Eisenbahn betrachtet.
Die Paradestrecke in Russland betreffend des Personen-Fernverkehrs ist jene zwischen St. Petersburg und Moskau. Und wen wundert es, dass gerade dort sich ein privater Anbieter eines Hotelzugs zu etablieren beginnt. Inwieweit dennoch Kapitalverflechtungen mit der russischen Staatsbahn RZD gegeben sind, kann nicht ausgeschlossen werden.
http://www.grandexpress.ru/en/index.php
http://reisen.russland.ru/mainmore.php?tpl=Eisenbahn&iditem=24
Auch zu den Nachbarländern gibt es qualitative Verbesserungen:
- Kiew-Moskau erhielt aufgewertetes Wagenmaterial. Bezeichnend hier die Zusatzangabe im Internet „gehobene Ausstattung selbstverständlich“!
http://img.aktuell.ru/rurei0010/morenews.php?iditem195
- Berlin-Moskau: hier wird ein Exklusivangebot gut situierten Reisenden dreimal wöchentlich offeriert. Der Gast hat bei Buchung einer Suite das Badezimmer auf Rädern inklusive!
http://www.eng.rzd.ru/page.html?nav_id=49
Weitere Pläne wie die Führung einer derzeit nicht benötigten Talgogarnitur von Berlin nach St. Petersburg ist zwar angekündigt worden, eine tatsächliche Realisierung ist inzwischen in Ferne Zukunft verschoben worden.
Der bestehende Nachtzug „Tolstoi“ von Helsinki nach Moskau hat laut Augenzeugenberichten den Autotransportwagen nicht mehr im Angebot. Das bestehende Wagenmaterial wurde jedoch renoviert und deutlich aufgewertet
www.vr.fi/heo/eng/ita/fjunat.htm
Auch im Binnenverkehr hat Finnland dank neuer Doppelstock-Schlafwagen eine gewaltige Komfortsteigerung erzielt. So ist es nun möglich, Allergikern eigene Abteile anzubieten. uch die Mitnahme von Haustieren wie Hunden wird beworben. Und für die Automitnahme sind geschlossene Wagen vorhanden, in denen Autos während der Fahrt wettergeschützt mittransportiert untergebracht sind. Leider entsprechen die neuen Komfortschlafwagen überhaupt nicht mitteleuropäischen Lichtraumprofilen: die Höhe der Wagen wird mit 5,22 m angegeben, zum Vergleich der neue WLABmz für die DB Autozug GmbH weist eine Höhe von 4,26 m auf.
www.vr.fi/heo/eng/junat/junat.htm
In Mitteleuropa eher unbekannt ist die Neuschaffung eines Angebotes zwischen den Städten Krakau und Kiew. Der klimatisierte Zug „Józef Chelmonski“ führt auch Kurswagen Krakau-Lemberg.
www.intercity.pl/scripts/train/en/index.php?action=show_all&show=1&id=90&trasa_id=180
In Planung, jedoch mangels Wagen und Loks noch nicht rasch realisierbar ist eine CNL-Verbindung von Berlin / Hamburg nach Stockholm. Das Projekt scheint frühestens Mitte 2007 realsierbar zu sein.
Richtung Balkan sind weitere Verbesserungen geplant:
http://www.optimatours.de/newpage/de/index.php
Dass auch lange Reisedestinationen ihre Berechtigung und ihr Publikum haben, wird durch die Urlauberdestination „Jadran-Espress“ von Prag nach Split bestätigt. Auf Grund der medialen Vermarktung ist der Zug trotz 22 h Reisezeit für den Betreiber lukrativ.
Da die Tschechische Staatsbahn ihr Wagenmaterial aufbessern möchte, hat sie sich kurzerhand entschlossen, die bei der DB Autozug eingesetzten WLABmz nachbauen zu lassen. Als Einsatzgebiet wurden Ziele in Westeuropa genannt, inwiefern allerdings dank Einstellung des EN „Orient Express“ die Destination Paris erreicht werden kann, wird noch mit den Fahrplanerstellern abgeklärt werden müssen. Die Auslieferung sollte im heurigen Jahr stattfinden.
Grundsätzlich positiv ist zu vermerken, dass die ÖBB den Schlafwagenpark grundlegend modernisieren und die Abteile teilweise mit Dusche und WC versehen. Leider hat man sich an eine Anschlussbestellung neuer WLABmz nicht durchringen können.
Auf Grund der geopolitischen Lage Wiens entwickelt sich die Stadt immer mehr als Umsteigedestination Richtung Balkan aus Mitteleuropa. Sie gibt es von Wien eine Verbindung nach Sofia, und saisonal wird mittels Kooperation mit Optima Tours auch Edirne mit Autoreisezügen aus Wien erreicht.
Die Übernahme der Schlafwagenkurse von Wien nach Bukarest und Belgrad durch WagonsLits (Ö) erklärte man mit gesteigerten Sicherheitsbedürfnissen der Reisenden aus West/Mitteleuropa (Wagen werden während der Abstellung in Belgrad und Bukarest bewacht um Schmuggel vorzubeugen).
Die ÖBB versuchen jedoch auch in bestehenden EuroNight Verbindungen Verbesserungen zu erreichen. So ist es Usus in den Destinationen nach Deutschland täglich die Mitnahme von Autos anzubieten. Auch Richtung Italien hat man Verbesserungen qualitativ und quantitativ erzielen können.
Bezüglich Design neuer Wagen, speziell im Vorgriff zu den bestellten Railjet-Zügen hat es Vorschläge zur Inneneinrichtung und zu den Einstiegen gegeben. Bereits umgesetzt sind Business Abteile (1.Klasse mit Zuschlag; maximal 4 Personen im Abteil)
Der lange geplante und immer wieder verhinderte Nachtzug Istanbul-Saloniki ist seit Juli 2005 eingerichtet worden. Setzen die TCDD modernstes Wagenmaterial (inkl. Klimaanlage) ein, so wird bei der OSE von den SNCF übernommenes Material verwendet. Die eingesetzten Wagen entsprechen allerdings nicht dem versprochenen Standard.
http://www.ose.gr/ecportal.asp?id=680&nt=18&lang=2
In Frankreich werden die Nachtzüge unter dem Namen Corail Luna modernisiert. Allerdings werden Schlafwagen nicht mehr angeboten. Auch quantitativ werden immer mehr Destinationen gestrichen. Als Opfer der Hochgeschwindigkeit wird ab Mitte 2007 der bekannte EN Orient Express nicht mehr Paris erreichen, sondern nur mehr bis Straßburg verkehren.
Bezüglich Inneneinrichtung im Fernverkehr hat man sich mittlerweile Gedanken gemacht, welche im so genannten Concept train verwirklicht werden sollen.
http://recherche.sncf.com/projets/conceptrain.html
Zwar ist es nun möglich dank Kanaltunnel bequemer und schneller Richtung Kontinent zu reisen. Der Nachtverkehr wird jedoch mit herkömmlichen Sitzen (keine Liegewagen bzw. Schlafwagen) des Eurostars abgewickelt. Diese Nachtzugfahrt wird nur saisonal Richtung Mittelmeer und Richtung Skigebiete angeboten. Beachtenswert ist die Initiative von Hr. Mungo Bovey gerichtet an das Schottische Parlament. Hier soll mit politischer Unterstützung eine Verbesserung des Nachtverkehrs Richtung Kontinent erzielt werden.
Ich sage Nein, denn es gibt wie bereits oben angeführt, genug positives, und selbst ärmere Länder mit einem Durchschnittsverdienst von € 150,- monatlich denken um und modernisieren ihre Wagen. So gehören in Rumänien mittlerweile Getränkehalter, kleine Bildschirme, Anschlüsse für MP3-Player zum Standard im Nachtreiseverkehr bei einer angesagten Modernisierung.
Auch in der Ukraine hat man erkannt, dass man Kunden nur dann gewinnt, wenn man um deren Bedürfnisse während der Bahnfahrt weiß. Standardunterschiede zwischen einer ersten Klasse in Mitteleuropa und in den genannten Ländern verschwinden immer mehr und so ist es zu hoffen, dass die Bemühungen zur Modernisierungen der Wagenflotten durch die Kunden durch vermehrte Inanspruchnahme honoriert werden.
Martin KUGLER, GEDF
In: Études et Documentation Ferroviaires
Nr. 59
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